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Bei digitalen Prüfungen lösen die Lernenden Prüfungsaufgaben auf elektronischen Geräten. Digitale Prüfungen können auf sehr unterschiedliche Weise abgehalten werden, von Tests in abgesicherten Prüfungsumgebungen, in denen keinerlei Hilfsmittel zur Verfügung stehen, bis zu Open-Book-Prüfungen, bei denen den Schülerinnen und Schülern sämtliche denkbaren digitalen Hilfsmittel zur Verfügung stehen.

1. Herausforderungen

  • Digitales Spicken: Lernende könnten während der Prüfung im Internet Lösungen auf die gestellten Aufgaben suchen, sich gegenseitig Daten zuschieben oder die Aufgaben einer Drittperson Person zukommen und von dieser lösen lassen ("BYOU: Bring your own uncle").
  • Unterbrüche der Infrastruktur: Wenn Aufgaben online gelöst werden, besteht Gefahr, dass bei Unterbrüchen der Infrastruktur (Internet, Moodle-Server) grosse Teile der Antworten verloren gehen.

2. Möglichkeiten für digitale Prüfungen

Digitale Prüfungen können im Prinzip auf Schuleigenen Geräten oder auf den eigenen elektronischen Geräten der Schülerinnen und Schüler abgehalten werden (BYOD). Die Informatikstrategie kantonale Schulen 2018 -2022 sieht vor, dass an den kantonalen Schulen keine schuleigene Geräte mehr verwendet werden: "Schuleigene, festinstallierte Geräte stehen nicht mehr zur Verfügung bzw. nur in begründeten Ausnahmefällen"

Es gibt derzeit allerdings keine Möglichkeit, abgesicherte Prüfungen auf den eigenen Geräten der Lernenden durchzuführen (BYOD). Daher gehen wir davon aus, dass bis auf weiteres eigene Prüfugnszimmer mit festinstallierten Computern zur Verfügung stehen (siehe unten). Evaluiert wurde der Prüfungs- und Lernstick der Fachhochschule Nordwestschweiz / Uni Bern sowie der Safe Exam Browser der ETH sowie Möglichkeiten, Screenshots oder Log-Daten des Computers regelmässig und verschlüsselt zu speichern. Diese Möglichkeiten scheitern an der grossen Vielfalt an Geräten, die an der KSZ genutzt werden.

  • Lernstick: Der Lernstick ist ein USB-Stick mit einem Linux-Betriebssystem, von dem aus die Geräte der Lernenden direkt gestartet werden. Auf dem Computer steht dann eine weitgehend konfigurierbare, abgesicherte Arbeitsumgebung zur Verfügung. Beispielsweise kann festgelegt werden, auf welche Internetseiten zugegriffen werden kann. Der Lernstick wäre damit an sich geeignet für Prüfungen, in denen mit lokalen Programmen wie Textverarbeitung oder Tabellekalkulation gearbeitet wird oder bei denen Moodle-Tests verwendet werden, während das übrige Internet gesperrt bleibt. Der Lernstick erscheint aber aus verschiedenen Gründen keine praktikable Option. Besonders bei neueren Gerätegenerationen treten immer wieder neue Probleme auf (Tastatur wird nicht erkannt, Internetzugang funktioniert nicht, Touch funktioniert nicht) und das "Hacken" des Sticks erwies sich zwar als schwierig, aber doch möglich. 
  • Save Exam Browser: Der Safe Exam Browser muss von den Lernenden auf ihren eigenen Geräten installiert werden. Er ermöglicht dann einen gesicherten Zugang zu Online-Prüfungen. Wenn eine Moodle-Prüfung richtig konfiguriert ist, kann man sie nur über den Safe Exam Browser lösen, und solange die Prüfung geöffnet ist, sind keine anderen Ressourcen auf dem eigenen Computer zugänglich. Dieser Schutz ist bei korrekt konfigurierter Moodle-Prüfung nicht zu umgehen. Allerdings stehen dann wirklich nur die Ressourcen von Moodle bzw. der zur Verfügung gestellten Internetseiten zur Verfügung, andere Programme können nicht genutzt werden. Man kann also beispielsweise keine Textverarbeitungsprogramme verwenden, sondern müsste Aufsätze im Texteditor von Moodle verfassen. Zudem ist es aufwändig, den Safe Exam Browser auf den verschiedenen Betriebssystemen korrekt zu konfigurieren (insbesondere, da den Lehrpersonen in der Regel ja nur ein Betriebssystem zum Ausprobieren zur Verfügung steht).       

3. Digitale Prüfungen an der KSZ

  • Prüfungszimmer. Es ist vorgesehen, dass an der KSZ zukünftig Computerzimmer für digitale Prüfungen zur Verfügung stehen (Stand 2. 2020). Auf diesen Geräten stehen lokal installierte Programme wie Word oder Excel zur Verfügung. Wie bisher hat die Lerperson über Netop Vision Zugriff auf die Rechner der Lernenden. Die neueste Version von Netop Vision unterstützt zudem konfigurierbare Whitelists. Es sollte also in Zukunft möglich sein, den Lernenden einen den Bedürfnissen angepassten, eingeschränkten Zugriff auf das Internet zu erlauben. Beispielsweise könnte nur gerade der Zugriff auf eine Moodle-Prüfung erlaubt werden. Bei Prüfungen müssten sich die Lernenden nicht mit ihrem eigenen Account, sondern als Prüfungs-User anmelden (https://portal.ksz.ch/PasswordGuest).
  • Moodle-Prüfungen. Auf Moodle lassen sich passwortgeschützte Prüfungen erstellen. Werden diese Prüfungen von einem Prüfungszimmer mit eingeschränktem Internetzugang aus gelöst, sind sie sicher. Dabei muss man allerdings aufpassen, dass sich die Schülerinnen und Schüler über Moodle keine Mitteilungen zuschicken. Sicher verhindern lässt sich das nur mit dem Safe Exam Browser. Allerdings können Lehrpersonen die Logdaten aller Teilnehmerinnen einsehen und überprüfen, ob während der Prüfung Mitteilungen verschickt wurden.  










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2 Comments

  1. Lieber Urs,

    Nach Absprache mit Alex möchte ich dir vorschlagen, Variante 1 bei Windows ersatzlos zu streichen. Die funktioniert so gut wie nie, weder Alex noch ich haben das je so zum laufen gebracht. Variante 2 ist hingegen zuverlässig.

    Herzlichst,

    Hansjörg

  2. Ich habe es mit 3 verschiedenen Geräten ausprobiert und überall hat es funktioniert, aber habe nun mit all diesen Geräten auch Variante 2 getestet und die klappt auch überall einwandfrei. Also: Ich füge die bisherige Variante 1 ganz hinten an (denn wenn sie funktioniert, ist sie eben super schnell und bequem).